„Homestory“ Partnerlausch

In einigen Jahren wird man sich möglicherweise fragen, wie das alles angefangen hat mit dem Duo Partnerlausch. Die Redaktion dieser Internetpräsenz hat deshalb die beiden Beteiligten schon zu einem vergleichsweise frühen Stadium des gemeinsamen Wirkens dazu interviewt. Und zwar getrennt voneinander.

Aber immerhin bekamen Sternenfeld und Pfeffer dieselben Fragen gestellt. Lesen Sie hier die zum Teil wirklich erstaunlichen Ergebnisse ...

1. „Partnerlausch“ ist ja zumindest potenziell ein etwas schlüpfriger Begriff, in dem man durchaus etwas interpretieren könnte, dass Sie gar nicht wollen. Wie kam es zu dem Wort und wer hatte die Idee?

Robert: Wir saßen gemeinsam auf dem Sofa und erzählten einander Geschichten, da kam dann plötzlich ... nein, keine Sorge, so war es nicht. Es begann damit, dass wir Spaß daran hatten, bewusst mit doppeldeutigen Namen zu jonglieren. An Schlüpfrigkeiten dachten wir dabei nicht. Die Konzept-Zettel mit den ganzen vorherigen Versuchen hab ich zum Glück entsorgt. Es sollte was mit Hören und mit zwei Personen sein. Und dann war es irgendwann da, das Stichwort. Und von wem? Ich glaube, wir hatten so an die fünf Dutzend Ideen, da weiß ich nicht mehr, wer genau was gesagt hat. Ok, eine Ausnahme gab’s, aber das war nicht Partnerlausch.

Leslie: Uns gefiel der Wortstamm „lausch“. Der steckt in lauschen, lauschig, plauschen … Und das passt alles zu unseren Arbeitstreffen, bei denen wir partnerschaftlich an unseren Ideen arbeiten. Und so soll auch unser Programm sein: zum Zuhören, zum Wohlfühlen und es soll ein belebender Funke zwischen Bühne und Publikum hin und her springen.
Wer die Idee hatte? Unsere Geistesblitze entstehen durch gemeinsames lauschiges Geplauschlauschen und Gelauschplauschen.


2. Seit wann kennen Sie sich eigentlich?

Robert: Schriftlich seit November 2011, mit Angucken irgendwann Frühjahr 2012 schätze ich ... gefühlt denk ich manchmal schon zwanzig Jahre.

Leslie: Robert war Lektor beim Schreiblust-Verlag und hatte das unermessliche Vergnügen, eine Geschichte von mir zu bearbeiten, die in einen Band mit Ruhrgebietsgeschichten aufgenommen worden war. Das muss 2010 gewesen sein.


3. Und wer hat wen zuerst angesprochen?

Robert: Na ja, ich ihn natürlich, aber das lag am Anlass. Ich lektorierte seinerzeit für den Dortmunder Schreib-Lust Verlag bei einem Buch voller Ruhrgebietsgeschichten mit. Jeder Lektor bekam acht Stories zugeteilt, die es aus der Ausschreibung heraus ins Buch geschafft hatten und die von Herrn Sternenfeld fiel in meinen Zuständigkeitsbereich. Platz 4 übrigens aus knapp 90 Einsendungen!

Leslie: Robert hatte die Ehre, mich anzuschreiben und sich als derjenige zu outen, der an meiner Geschichte mit herumdoktern würde. (Das hat er aber sehr feinfühlig getan.)
So richtig in echt gesehen haben wir uns dann, glaube ich, bei der Premiere zu meinem Programm „Leben und erben lassen“, zu der ich ihn eingeladen hatte. Ich dachte, Robert wäre klein und dick, mit Ärmelschonern an der Strickjacke. Das stellte sich dann als Trugbild heraus: Robert ist eher der Typ Bert, neben dem ich wie Ernie aussehe.


4. Trotzdem haben Sie beschlossen, es miteinander zu versuchen. In unsicheren Zeiten wie diesen auch eine gewisse Verwegenheit, oder?

Robert: Nicht wirklich. Platz 4 ist ja schon ganz ordentlich. Nein, Scherz beiseite, da gab es kein „trotzdem“. Wir haben uns die Zeit genommen, einander kennenzulernen. Und was die Bühne angeht, so hat er meinen bislang letzten Auftritt im März 2015 in Bochum live angesehen und ich war bei seinem Weltenwunderer-Programm in Köln im Publikum. Wir wissen also, was jeder vor Zuschauern drauf hat. Und wir kennen unsere jeweilige Schreibe, können also auch einschätzen, ob unsere Art zusammenpasst, Geschichten zu schreiben oder zu erzählen.

Leslie: Trotzdem? Gerade in Zeiten von Fake News und Alternativen Fakten ist es schön, eine Freundschaft und eine künstlerische Partnerschaft zu haben. Das hat sich nach und nach entwickelt. Wir haben nie etwas geplant, sondern nur gemacht, wozu wir Lust hatten.
Legendär der Tag, an dem mich Robert zu den BMW-Open einlud, um mir den Sport nahezubringen, den er selbst leidenschaftlich betreibt. (Obwohl es ihn in die Gesellschaft von alten Leuten bringt, die mit elementaren körperlichen Aktivitäten abgeschlossen haben.) Obschon mir Robert an diesem Tag in Pulheim verschwieg, dass auch auf Golfplätzen die Sonne scheint und ich den Platz als menschliches Rotlicht verließ, haben wir nach und nach Ideen für gemeinsame Geschichten entwickelt.


5. Wer hat bei Ihnen beiden auf der Bühne die Hosen an?

Robert: Bei seiner Körpergröße kann ich mich nicht auf das Risiko einlassen, seine Hosen nehmen zu müssen. Ich überlege deshalb was mit Stretch zu tragen. Oder einen Rock, wer weiß ...

Leslie: Wir möchten beide züchtig gekleidet sein. Nichts soll unser Publikum von unserem Intellekt ablenken. Wir sind es leid, auf unseren Körper reduziert zu werden.


6. Wie liefen eigentlich die Proben?

Robert: Talent trainiert nicht! Ok, ... klar proben wir. Und das motiviert total, denn es fühlt sich dabei schon richtig gut an.

Leslie: Konzentriert und mit viel Lachen. Sehr viel Lachen. Also, so richtig viel. Das ist immer die richtige Kombination. Da vergehen Stunden und wir merken es nicht.


7. Was schätzen Sie besonders an Ihrem Bühnenpartner?

Robert: Leslie hat einen extrem feinfühligen Blick für Details. Er sieht bei den Protagonisten seiner Songs und Geschichten ganz viel Hintergründiges und Dinge, die viele andere erst beim zweiten Blick erkennen würden. Oder auch gar nicht. Aber er hat das gleich auf dem Schirm und zeigt mir das als Zuhörer. Durch diesen Feinsinn hat er ein irres Potenzial für neue Geschichten. Da draußen sind ja so viele ...

Leslie: Robert kann schreiben. Und damit meine ich nicht nur die Handbewegungen, die Stift oder Tastatur zu sinnvollen Bewegungen verleiten. (Na gut, das kann er auch …) Er ist in der Lage, mit wenigen Worten und Sätzen eine Geschichte, ihre Stimmung und die innewohnende Dramatik zu entwerfen. Und er kann fesselnd und einnehmend vortragen – mit viel Sensibilität für den Duopartner, den er mit zur Geltung bringt.
(Boah, das war viel Lob … Na ja, als Fan des FC zu Kölle muss man ihn auch mal streicheln …)


8. Und wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Robert: Wenn er zum Schluss verschwitzte Kleidungsstücke ins Publikum wirft, da kommt er einfach nicht weit genug. Das ist mir bei seinen Solos aufgefallen und muss dringend bis zur Partnerlausch-Premiere verbessert werden!

Leslie: Robert singt auf der Bühne. Er singt mit Leidenschaft. Also, nur mit Leidenschaft. Aber: Vielleicht sollte man da auch nicht dran rühren. Die weiblichen Zuschauer lieben ihn dafür ...


9. Was denken Sie, wie lange diese Kooperation halten wird? Im Fußballgeschäft kommen und gehen die Trainer, wechseln ständig die Spieler, nichts ist von Dauer. Wie wird es bei Ihnen sein?

Robert: Mal schauen. Wenn der Erfolg ausbleibt, dann wird sich zeigen, wann ich ihn feuern muss, um einen neuen Impuls zu setzen. Oh, verdammt, da muss ich wohl das Phrasenschwein füttern. Übrigens hat ja gerade erst Peter Stöger vom 1. FC Köln, dem ich anhänge, zum BVB nach Dortmund gewechselt, den Herr Sternenfeld favorisiert. Sie sehen also, die Dinge bleiben in der Familie. Ich glaub, so machen wir es einfach weiter.

Leslie: Es wird ständig versucht, uns mit horrenden Ablösesummen aus dem Vertrag mit Partnerlausch zu kaufen. Ich habe zum Beispiel verlockende Angebote aus dem Süden Deutschlands, aber ich halte es mit den Toten Hosen: Ich würde nie zum Pen Club Bayern München geh´n!
Robert wird regelmäßig vom Buckingham Palace angerufen, um als Ghostwriter an einer Autobiographie der Queen mit dem Titel „Winke, winke, winke, ich jon eine drinke“ mitzuarbeiten.


10. Wenn Sie sich in Sachen Partnerlausch-Tour etwas wünschen könnten ... was wäre das?

Robert: Hm, schwierige Frage. Von Leslies Feinsinn hätte ich gerne was. Und mit Blick auf die Tour kann ich schon sagen, dass wir eine Menge im Gepäck haben, um diesen Feinsinn auch für das Publikum sichtbar zu machen. Ich wünsch mir einfach, dass die Menschen sich die Zeit und den Genuss für diese Details nehmen. Gerade weil die Zeit so rast, finde ich das sehr ausgleichend und wichtig.

Leslie: Ruhm, Geld, schnelle Autos, viele Groupies und weniger Gelenkschmerzen beim Stagediving!


Zum Schluss unsere berühmte Rubrik „Zehn Fragen an ...“!

1. Beschreiben Sie Ihre Haarfarbe!
Robert: Reste von Dunkelblond mit Tendenz zu Melatenblond.

1. Beschreiben Sie Ihre Haarfarbe!
Leslie: Gerne!


2. Wer oder was geht mit auf die berühmte einsame Insel?
Robert: Meine Liebste, irgendwas, womit ich Musik hören kann und Schreibzeug.

2. Wer oder was geht mit auf die berühmte einsame Insel?

Leslie: Meine Liebste, meine Freunde, mein Klavier, was zum Schreiben, meine Bücher, meine Musik, etwas Schokolade … Und dann machen wir uns da alle eine dufte Zeit!


3. Welchen Promi würden Sie gerne kennenlernen?
Robert: Ganz kurz bin ich ihm begegnet, seinerzeit im Kölner Rathaus bei einem Empfang. Aber gesprochen haben wir nicht, das würde ich sehr gerne nachholen, auch wenn es heute leider nicht mehr geht: Sir Peter Ustinov. Und von den noch Lebenden: Mark Knopfler.

3. Welchen Promi würden Sie gerne kennenlernen?
Leslie: Ich würde zum Beispiel Jesus gerne fragen, ob er auch Humor hatte. Ich meine: Übers Wasser gehen … Mal ehrlich, übers Wasser gehen … Ich wäre nach der Nummer hinter den nächsten brennenden Dornbusch und hätte mich beömmelt über die Gesichter der Zuschauer! Ansonsten: Manni Burgsmüller.


4. In die Berge oder ans Meer?
Robert: Beides gerne, aber Tendenz Richtung Berge. Ich liebe es, über den Dingen stehen und einfach gucken zu können.

4. In die Berge oder ans Meer?

Leslie: Beides! Die Berge haben mehr Oberfläche und Landschaft, das Meer hat die Unendlichkeit. Beides macht dich klein und groß zugleich.


5. Ihre größte Schwäche?
Robert: Naivität ist ein Thema. Ich glaube zu lange an das Gute. Und meine Schwierigkeit, nicht Nein sagen zu können.

5. Ihre größte Schwäche?

Leslie: Schokolade und der BVB. Bei beidem setzt der Verstand oft aus.
Wenn nicht dingliche Dinge gemeint sind: Mein Selbstbewusstsein ist kein Kraftprotz. Womit wir wieder bei der Schokolade wären.


6. Wofür liebt man Sie?
Robert: Neben dem Erzählen kann ich auch ganz gut zuhören. Für ein tiefgründiges Gespräch bin ich immer zu haben. Und mein Engagement, wenn mich etwas begeistert. Manchmal gebe ich dabei mehr, als meiner Frau recht ist ...

6. Wofür liebt man Sie?
Leslie: Ich kann gut zuhören und mit Leuten Gespräche führen, die sie weiterbringen. Und ich bin gerne für meine Familie da.


7. Haben Sie ein Laster?
Robert: Keins von den Üblichen. Bei Erdnussflips bin ich allerdings in der Regel nicht zu Gegenwehr fähig.

7. Haben Sie ein Laster?
Leslie: Also, erstens, das heißt „einen Laster“, Grammatikfehler! Ansonsten: Nein, ich habe nur ein Auto.


8. Was würde eine gute Freundin oder ein guter Freund Ihnen empfehlen?
Robert: Achte mehr auf Pausen. Gönn’ dir mal Nixtun.

8. Was würde eine gute Freundin oder ein guter Freund Ihnen empfehlen?
Leslie: Kaufe dir einen Laster und lade ganz viel Selbstbewusstsein auf der Baustelle deines Herzens ab.


9. Feiern Sie lieber Geburtstage oder Weihnachten?
Robert: Ganz klar Geburtstage. Weihnachten hab ich für mich schon vor über dreißig Jahren abgeschafft. Die Idee dieses Festes ist schön, wird aber durch den massiven Kommerz total aufgeweicht. Da sind Geburtstage einfach etwas Persönlicheres.

 

9. Feiern Sie lieber Geburtstage oder Weihnachten?
Leslie: Weihnachten! Wenn ich Geburtstag habe, werde ich selbst älter -  Weihnachten jemand anderes! Außerdem mag ich die Stimmung des gemütlichen Zusammenseins mit lieben Leuten.


10. Wie lange schaffen Sie es, offline zu bleiben?
Robert: Ich besitze erst seit ein paar Monaten überhaupt ein Smartphone. Daran hab ich mich zwar schnell gewöhnt, aber ein paar Tage könnte ich schon ohne Probleme offline sein. Wollen nicht, aber Können ;-) ...

10. Wie lange schaffen Sie es, offline zu bleiben?
Leslie: Lange! Gerade in der heutigen globalisierten und schnelllebigen Welt ist es so wichtig zu entschleunig… Sekunde, WhatsApp von Robert …